Die Rainbacher Spiele und das Vermächtnis der Zauners
Shownotes
Friedrich Ch. Zauner wäre heuer 90 Jahre alt geworden. Er zählt zu den wichtigsten Gegenwartsautoren Oberösterreichs. Auch seine Frau Roswitha war Schrifstellerin. Gemeinsam haben die beiden in Rainbach im Innkreis, im Elternhaus von Friedrich Ch. Zauner gelebt - mit ihren vier Kindern. Im Alter von rund 60 Jahren hat das Ehepaar Zauner beschlossen, einen eigenen Aufführungsort zu bauen, am eigenen Grundstück. So ist der Rainbacher Theaterstadel entstanden. Ein beeindruckendes Bauwerk, in dem seit 2004 die Rainbacher Spiele (früher Evangelienspiele) stattfinden. Nun, einige Jahre nach dem Tod der Eltern wird dieser Theaterstadl bzw. werden diese Spiele von den Kindern weitergeführt wird. Heuer zeigen die Rainbacher Spiele unter der Regie von Babette Ahrens das Stück „Im Schatten der Maulwurfshügel“, das die Dramatisierung der Trilogie Friedrich Ch. Zauners „Am Ende der Ewigkeit“ darstellt, das einerseits das Leben der Eltern Zauners im Fokus hat andererseits auch das Innviertel, die Gesellschaft und vor allem auch die großen gesellschaftlichen Umbrüche der bewegten Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts. Eine Zeit, die durchaus viele Parallelen zur Gegenwart hat.
Um den Rainbacher Theatrstadel mit eigenen Augen zu sehen, ist Michaela Ogris in den Norden Oberösterreichs gefahren und hat sich dort mit Anne Zauner, einer der Hauptorganistatorinnen und Tochter Friedrich Ch. Zauners getroffen sowie mit der Regisseurin Babette Ahrens und dem Erzähler Florentin Groll - und wurde verzaubert: Von der Landschaft des Innviertels, von der Energie des Stadls und von der einzigartigen Geschichte des Schriftsteller Ehepaars Zauner.
Ebenfalls zu hören in diesem Podcast: Alpenländische Volksmusik neu interpretiert von Matthias Deger und dem Juvenis Chor.
Alle Infos: (https://www.rainbacher-spiele.at)[https://www.rainbacher-spiele.at][https://www.rainbacher-spiele.at])
Transkript anzeigen
00:00:00: Friedrich C. H. Sauner hätte heuer seinen neunzigsten Geburtstag gefeiert, erzählt zu den bedeutendsten österreichischen Gegenwartsortoren.
00:00:08: Gemeinsam mit seiner Frau Ruswita und seinen vier Kindern hat er als die ersten zwei Kinder der beiden Anne- und Jakobsauna noch klein waren entschieden den Lehrer Brotberuf an dem Nagel zu hängen und in die Heimat Rheinbach im Inviertel zurückzuziehen um dort als Schriftsteller zu leben was nicht immer einfach war.
00:00:28: Mit Anfang sechzig hat das Autorinnen-Ehepaar den Rheinbacher Theaterstadl zu Braun begonnen.
00:00:35: Seit vielen Jahren werden dort die Stücke von Friedrich Zeeherzhauner inszeniert, auch nach seinem Tod – denn den Kindern ist es ein großes Anliegen dieses Erbe weiterzutragen!
00:00:45: Heuer wirds der Stück im Schatten der Maulwurfsügel gezeigt.
00:00:49: Es stellt Teil eins und Teil zwei der Triologie des Ende der Ewigkeit von Friedrig ZeeHerzhauna dar Und es geht dabei um die Elternzaunas.
00:01:00: Vor allem um Zaunas Mutter Therese, eine rebellische wiederständige trotzige Frau, die eigentlich ein Bub hätte werden sollen!
00:01:09: Dieses Stück ist ein historisches Stück über das Inviertel Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts.
00:01:14: Es ist ein Stück über große gesellschaftliche Umbrüche und zeigt viele Parallelen
00:01:19: zu heute.
00:01:22: Herzlich willkommen zum Nimmplatz dem
00:01:24: Podcast des Oberösterreichischen
00:01:26: Kultursommer.
00:01:27: Mein Name ist Michaela Oakriss, ich bin ins Ihren Viertel gefahren und habe mir vor allem den Inszenierungsort genauer angesehen.
00:01:37: Ich stehe direkt vorm Rheinbacher Theater starten und ja die Reise war schon ein bisschen lang es hat sich aber ausgezahlt.
00:01:45: wunderschönstes Wetter am Tag der Premiere!
00:01:47: Ich hab mich tatsächlich getraut am Tag Der Premiere vorbei zu schneiden und neben mir steht auch bereits jemand und zwar
00:01:56: Mein Name ist Anne Zauner und ich leite die Rheinbacher Spiele.
00:02:00: Und die Rheimbacherspiele sind verantwortlich für die Produktion Heue im Sommer.
00:02:04: Und du gehst jetzt gleich mal mit mir hinein in den Theaterstaddel, in den Rheinbacker Theaterstadel?
00:02:10: Das mache ich sehr gerne!
00:02:12: Es ist ein Stadl der von meinen Eltern gebaut wurde direkt vor ihrem Haus, indem sie den Großteil ihres Schriftstellerelebens verbracht haben.
00:02:20: Beide waren ja Auto-Innen.
00:02:24: Es ist ein privat gebauter Stadel, ein Riesenteil.
00:02:27: Also wenn man davor steht hat ungefähr ich weiß gar nicht welche Höhe der hätte so zwölf Meter hoch und fast circa dreihundertfünfzig Menschen.
00:02:37: Dreihundert fünfzig Menschen!
00:02:39: Und das dann im Inviertel.
00:02:40: die kommen aber auch tatsächlich?
00:02:42: Ja ich hoffe es ist zumindest.
00:02:44: was wir heuer spielen ist ein Stück über das Invirtel Mit der Vergangenheit, aber auch mit der Gegenwart des Inviertels zu tun.
00:02:53: Es wird sicher auszahlen!
00:02:56: Dann schauen wir gleich mal rein und über das Stück erfahren wir gleich mehr.
00:03:02: So jetzt sind wir da im Rheinbacher
00:03:05: Theaterstadl.
00:03:08: Ich bin ein bisschen sprachlos.
00:03:10: Das ist wirklich beeindruckend.
00:03:15: Du hast vorhin gesagt
00:03:16: Der ist ein bisschen wie die Invirtler
00:03:19: dieser Stadel.
00:03:21: Wie hast du das gemeint?
00:03:22: Von außen eher bescheiden, und dann kommt man rein und entfaltet sich eine ganze Welt.
00:03:28: Ja ich war jetzt darauf nicht gefasst obwohl ich auch schon Bilder gesehen habe.
00:03:32: natürlich aber das ist auf einem Monumental ist vielleicht doch ein Stück zu hoch.
00:03:39: Aber es ist wirklich beeindruckend.
00:03:41: diese Kraft und dieses viele Holz die großen Decken die Balken Ah du schiebst jetzt da gerade auf.
00:03:51: genau Diese Bühne ist nämlich nach hinten offen.
00:03:58: Warte, ich komme zu dir rauf!
00:04:04: Man kann die gesamte Hinterwand des Stadels aufschieben aus den großen Theater-Stadeltüren und die kann man zur Seite schieben und da kommt dann das Außen nach innen.
00:04:22: Das heißt, das Spiel findet auch halb draußen statt und plötzlich ergibt sich eine ganz neue Atmosphäre dass man auch am Abend mit Licht ganz besonders toll ausleuchten kann.
00:04:34: Die Bühne verdoppelt sich dadurch.
00:04:36: Also es ist wirklich auch so, dass der hintere Teil sozusagen hinter dieser verschiebbaren Wand bespielbar ist und nach hinten ganz offen.
00:04:45: dann also das eine Wiese und Bäume.
00:04:48: man hört jetzt auch das Vogelgezwitscher und ich sehe da auch ein Wasser.
00:04:53: Ein kleiner Teich auch noch dahinter.
00:04:56: Das ist wunderschön!
00:04:57: Und das war von Anfang an so.
00:04:59: Ja, meine Eltern haben lange nachgedacht wie sie mit einer bestimmten Serie von Stücken umgehen wollen die nicht gespielt werden oder nicht gespielt wurden.
00:05:11: Der Vater hat eine Reihe von Bibelstücken geschrieben insgesamt ein Zyklus von siebzund Stücken die nicht religiös sind aber sich den Stoffen des alten und neuen Testaments annehmen.
00:05:24: Aber das war für die Theater für die klassischen Theater uninteressant und deshalb haben sie sich in den Anfang der Zwei-Tausenderjahre entschieden, das auf eigene Faust zu tun und hier vor Ort zu spielen.
00:05:39: Hier vor Ort ein eigenes Theater zu errichten und die eigenen Stücke einmal im Jahr zu
00:05:44: spielen.".
00:05:45: Und
00:05:45: da wurde auch der Stadel gebaut?
00:05:48: Das heißt rund um zweitausend wurde dieser Stadel errichtet schon mit der Intention hier in Theater zu machen.
00:05:54: Das ist nicht ein alter Stadel, der mal für Tiere oder was auch immer gedacht war?
00:05:59: Nein tatsächlich ist dieser Stadel neu konzipiert und neu gebaut.
00:06:03: allerdings... war das erst in einer zweiten Stufe, in einer ersten Stufe fanden diese Spiele tatsächlich an einem existierenden Stadl statt.
00:06:11: Aber es hat sich gezeigt dass diese existierende Stadel nicht wirklich theater geeignet sind.
00:06:16: also die ersten Spiele fanden stadt zwei tausend drei wenn ich mich richtig erinnere und zwei taussend acht.
00:06:22: wurde dann dieser Stadel hier gebaut?
00:06:23: von den Eltern?
00:06:25: Und deine Eltern waren ja damals auch nicht mehr die jüngsten?
00:06:28: Das ist besonders faszinierend, dass sich wer noch so ein Werk wagt im Alter von damals.
00:06:34: Begonnen haben sie mit dem Projekt Anfang-Sechzig und beendet haben sie es dann sozusagen kurz für ihrem Tod in den End-Siebziger Anfang-Achzigerjahren Also wie sie ein Siebzig waren, Anfang
00:06:47: der Achtzigerjahre.
00:06:49: Ja da kann man sich mal eine Scheibe abschneiden.
00:06:51: es ist nie zu spät den Traum zu leben ein Projekt zu realisieren und dieses Projekt wird ja jetzt auch oder beziehungsweise wurde bereits weitergegeben.
00:06:59: an euch.
00:07:00: ihr vier Kinder habt euch entschieden dass das weiterleben darf diese Idee dieses Projekt dieses Theater und seid jetzt mittendrin und auch schon ein bisschen mit Erfahrungen jetzt gesegnet.
00:07:13: Grundsätzlich ist es so, dass wir alle von den schreibenden Eltern geprägt sind.
00:07:20: Das heißt, wir alle haben Zugang zu Kultur und Literatur aber keine von uns hat Theater gemacht.
00:07:27: Niemand von uns hatte Theatererfahrung und der Tod der Eltern kam plötzlich.
00:07:33: Dadurch mussten wir ins kalte Wasser springen und am Anfang war es Harakiri.
00:07:36: Am Anfang wussten wir nicht ob und wie wir das über die Bühne kriegen im Sinn des Wortes Und wir waren völlig fertig nach dem ersten Jahr, das war das.
00:07:49: Mittlerweile haben wir ein bisschen Erfahrung, mittlerweile hat sich das Konzept auch ein bisschen verändert weil natürlich kann man Projekte nur machen wenn sie mit einem selber zu tun haben... Man kann nicht nur einfach kopieren das, was die Eltern gemacht haben.
00:08:06: Sondern man muss einen Zugang dazu finden und deshalb haben wir auch das Konzept dieses Theaterstatels ein bisschen verändert?
00:08:13: Die Spiele heißen ja jetzt doch nicht mehr Reinbacher Evangelien-Spiele sondern die Reinbacherspiele sind das jetzt.
00:08:20: Richtig!
00:08:20: Der Grund warum es Reinbache Spiele heißt ist... Das bedeutet nicht dass wir nicht diese Stücke aus diesem Zyklus komplett ausklammern wollen aber wir wollen die Freiheit haben immer wieder andere Dinge in diesem Stadel zu zeigen.
00:08:35: Heuer eben ist es eine Theaterfassung von dem Werk, das ich am meisten schätze von meinem Vater.
00:08:42: Das ist ein Romanwerk über das Inviertel heißt das Ende der Ewigkeit.
00:08:47: wir zeigen Teil eins davon Heuer.
00:08:50: Wir wollen auch in zwei Jahren hätte meine Mutter den neunzigsten Geburtstag gefeiert und sie war eine fantastische Dichterin und wir werden sie in den Mittelpunkt stellen, in zwei Jahren.
00:09:02: Das heißt, wir wollen diese Freiheit haben.
00:09:04: Dieser Stadel wird immer etwas mit unseren Eltern zu tun haben – mit ihrem Schreiben, mit ihrem Denken, mit dem Werk.
00:09:10: Aber wir wollen es nicht ganz eng fassen sondern weiterfassen!
00:09:14: Und was natürlich dazu kommt ist auch ein neues Konzept, dass wir andere Kulturinitiativen, andere Organisationen.
00:09:22: Andere tolle kreative Projekte die hier im Innenviertel und in Oberösterreich sind einladen wollen auch im Rheinbacher Theaterstattel aufzutreten.
00:09:31: Dass der Rheinbach Theaterstattle dann sozusagen Bühne ist für andere Kulturschaffenden usw.
00:09:37: Okay diese Öffnung dann auch in diese Richtung?
00:09:49: Bevor wir jetzt gleich wieder raufgehen und zwar zum Elternhaus, wo die Regisseurin Barbette Ahrens schon auf uns wartet, möchte ich noch einen kurzen Rundumblick im Theaterstadel machen.
00:10:01: Weil da ist ja vieles zu sehen!
00:10:02: Da ist die Bühne zu sehen, da ist die große Bestuhlung zu sehen.
00:10:06: Das sind Wandgemälde, Wandzeichnungen... Bitte was sehe ich denn da alles?
00:10:13: Ja dieser Stadel wurde von den Eltern sehr genial.
00:10:18: konstruiert und gedacht und ausgedacht.
00:10:21: Und ist im Lauf der Jahre gewachsen, sie hatten immer wieder tolle Bühnenbildner die eingeladen wurden diese Seitenwände zu gestalten.
00:10:30: das sind zum Teil Landschaften da sind zum teil Zitate aus ihren Stücken
00:10:39: hier steht und dennoch der Himmel tut sich auf zum Beispiel ganz über dem rechten Eingang eher in schwarz gehaltenen Zeichnungen mit, ich weiß nicht was das für eine Farbe war?
00:10:54: Das sind so Kreidefarben.
00:10:57: Dann hat man hier bildhauerische Elemente immer wieder mal auch.
00:11:02: Also das ist ein Stadel der sich schon langsam Gestalt annehmt und seine eigene Persönlichkeit annehmen.
00:11:10: Also da ist es wirklich Stück für Stück gewachsen.
00:11:12: diese Innenraumgestaltung sozusagen Von der Bühne haben wir vorhin schon kurz gesprochen, die auch bespielbar ist im Außenbereich.
00:11:23: Da kann aufgeschoben werden.
00:11:25: aber es ist nicht nur die Rückwand vom Stadel, die komplett aufgeht Es sind auch an den Seitenteilen große Tore die immer wieder auch als Aufgehen und den Schauspielern Auftritts- und Abtrittsmöglichkeiten geben.
00:11:39: Dann ist im Hintergrund des Publikumsbereichs gibt es zwei kleine Aussparungen in der Hinterwand, wo ein Auftritt über den Katering Bereich in den Stadl möglich ist.
00:11:49: Die sind sehr versteckt?
00:11:52: Genau!
00:11:52: Sie sollen ja auch überraschen sein – sie sollen gelegentlich das Publikum überraschnen wenn da plötzlich einen Schauspiller von hinten kommt.
00:11:58: Das gelingt bestimmt.
00:12:00: Da rechnet man nicht damit.
00:12:01: Und dann gibt es ja auch noch so einen hinteren Sitzbereich, der noch weiter oben ist?
00:12:06: Das ist die Vision.
00:12:09: wenn wir dann möglicherweise noch mehr Publikum bekommen Dann können wir den Galeriebereich öffnen.
00:12:16: Der ist jetzt derzeit durch einen Vorhang abgetrennt und das ist aber auch eine Auftrittsmöglichkeit für Schauspieler.
00:12:21: Ah da wendet man dann den Kopf und kann nach oben blicken sozusagen und ganz hinten bunteres, ein färbigeres vielleicht Ölbild.
00:12:34: Das ist sein Öl-Bild von einer Künstlerin aus dem Inferter, genau!
00:12:37: Auch aus von einer lokalen Künstlerin ja?
00:12:40: Ja wunderschön sehr beeindruckend wirklich und ihr spielt also es sind es eine professionelle Regisseurin die ich jetzt dann gleich mit dir gemeinsam treffen werde bei Beth Arendt's Und es sind auch keine Leinschauspieler Es sind hauptberufliche Schauspieldarstellerinnen.
00:13:00: Wir haben einen Mix, das ist von Anfang an gewesen, dass wir die Hauptrollen an professionelle SchauspielerInnen vergeben.
00:13:09: Die Schausspielerinnern aus Nassauble wurde von der Barbette Ahrens zusammengestellt.
00:13:12: Das sind in diesem Jahr zehn Schauspieleinern Aber wir haben immer auch Laien dabei Von Anfang an.
00:13:19: Das heißt heuer sind es fünf Laien-SchauspielerInnern, die schon seit... Alle eigentlich seit einigen Jahren bei uns spielen
00:13:28: Auch aus der Gegend?
00:13:30: Die aus der Gegenstammen und die den Stadl auch schon seit dem Anfängen zur Zeit unserer Eltern kennen, die einfach uns treu geblieben sind.
00:13:40: Und die erstaunliches unglaubliches Talent haben!
00:13:43: Ja das fasziniert mich immer wieder wie Menschen, die eigentlich aus einer ganz anderen Profession kommen dann auf der Bühne Fähigkeiten an den Tag legen... Ja, sehr faszinierend.
00:13:55: Und auch in Chorus mit dabei?
00:13:56: Das ist auch ein Chorus dagegen?
00:13:58: Ja!
00:13:59: Es ist so dass wir seit Anfang an auch schon das haben wir mit übernommen, dass wir Musik integrieren in die Stücke und in diesem Jahr singen Sängerinnen das Juvenis Chor unter der Leitung von Lina vom Berg.
00:14:16: Die Musik stammt von Matthias Degger, der bei uns jetzt zum dritten Mal die Komposition der Bühnenmusik übernommen hat.
00:14:23: Heuer weil das Stück ein anderes Stück ist also kein sogenanntes Bibelstück ist sondern eben ein Stück, ein historisches Stück über das Inviertel.
00:14:30: Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts hatte sich inspirieren lassen vom Alpenländischer Volksmusik und seine Interpretation, seine Variationen dazu in Musik gegossen und es ist unglaublich berührend
00:14:42: was er da geschaffen
00:14:43: hat.
00:14:44: Und genau da wollen wir jetzt auch ein bisschen reinhören, wie diese Musik klingt.
00:14:49: Ein paar Tag der alpenländische Volksmusik modern interpretiert.
00:16:31: Über den Mühlviertel Granit-Schotterweg gehen wir jetzt vom Rheinbacher Theaterstaddel hinauf ins Elternhaus der Familie Zauner also ins Haus von Roswitter und Friedrich C.H.
00:16:46: Zauna.
00:16:47: Da bist du mit deinen Geschwistern aufgewachsen?
00:16:50: Mein Bruder Jakob und ich sind geboren in Obergurgel, in Troll wo die Eltern ursprünglich Lehrer waren.
00:16:56: Und wo sie dann entschieden haben dass sie nicht keinen Brotberuf haben wollen sondern frei berufliche Autorinnen sein wollen und sind dann... Ich war ein Jahr.
00:17:05: der Jakob war drei Jahre ins Inviertel übergesiedelt ins Elternhaus von Friedrich C. Herr Zauner und wir sind dann alle hier groß geworden.
00:17:14: Ah also Friedrich c. Herr Zauner ist eben original von hier Aus Rheinbach und die Roswita?
00:17:20: Nicht.
00:17:20: Meine Roswito, meine Mutter kommt aus dem nahegelegenen Peuerbach
00:17:27: Und wie sind sie jetzt nach Tirol gekommen deine Eltern?
00:17:30: Das war relativ einfach.
00:17:31: mein Vater hat Lärm studiert und wollte nicht, wollte aus dem Städtischen raus.
00:17:39: Er kam ja vom Land und hat entschieden er möchte nicht in einer Stadt leben und hat nach einer Stelle gesucht wo Eine einklassige Volksschule ist, die vom Schulalter von sechs bis fünfzehn geht.
00:17:55: Und er war der einzige Lehrer dort.
00:17:56: Es gab noch ein Religionslehrer und ihn und meine Mutter hat gelegentlich kreative Fächer unterrichtet zeichnen Handwerkenshausen.
00:18:04: Aber sie war keine ausgebildete Lehrerin?
00:18:06: Meine Mutter war keine Ausgebildeten-Lehrerin genau das war eher so ein Wahlfach.
00:18:11: Früher waren ja wirklich auch viele Lehrer noch Männer, also das ist ja eine Männerdomäne eigentlich gewesen.
00:18:17: Genau!
00:18:17: Das war früher eine absolute Männerdomän und man hat eben weil da so eine Regionalschule war, haben wir diesen engen Rahmen ein bisschen aufgemacht und eben so konnte meine Mutter ein bisschen unterrichten.
00:18:30: aber im Prinzip war mein Vater der einzige Lehrer dort
00:18:34: Spannend und hat da keinem Alter von sechs bis fünfzehn unterrichtet.
00:18:38: Ja, das war dann so dass das sowieso eine sehr enge Gemeinschaften war weil Obergurgel zu dem Zeitpunkt wo meine Eltern dort waren Anfang der sechziger Jahre ist plötzlich touristisch geworden.
00:18:49: Von einem sehr armen Bergbauern-Dorf wurde da plötzlich Gelder, weil der Wintertourismus Geld ins Land geschaufelt hat Und die Eltern von den Kindern jedes Zimmer im Winter vermietet haben.
00:19:01: Jetzt haben die Schüler oft in der Schule übernachtet in den Wintermonaten, weil ihre Zimmer vermittelt waren.
00:19:08: Ach, spannend!
00:19:10: Da ist die Schule zum Internat geworden quasi, weil die Eltern da vermietet sind.
00:19:14: Du Kind, dein Zimmer schläft jetzt dann Familie sowieso aus Wien?
00:19:18: Nein... Ja genau so war das.
00:19:22: und Aber nichtsdestotrotz, also so gern meine Eltern das gemacht haben war der Traum des Schriftstellerlebens halt größer und wichtiger für sie.
00:19:31: Und deshalb haben Sie entschieden in das Elternhaus von Fritz zu ziehen und hier zu arbeiten und zu leben weil man auf dem Land halt dass auch finanziell das stimmt wenn man vier Kinder hat.
00:19:45: Auch ein spannendes Konzept, eine große Familie am Land leben und gleichzeitig Künstler sein.
00:19:51: Das ist auch eine eher seltene Kombination weil eben eher Künstlern im städtischen und eher mit wenigeren Kindern leben.
00:19:59: Genau das ist richtig so und ich muss auch sagen Das war ursprünglich ein Konzept und am Anfang auch gar nichts zu leicht in der Realität, weil ich mich noch erinnern kann als Kind, dass ich immer wieder von Leuten... ...von den Landwirten rundherum gefragt worden bin.
00:20:15: Ja was machen denn die Eltern den ganzen Tag?
00:20:17: Die arbeiten ja nicht!
00:20:19: Weil Schriftsteller sein nicht mit Arbeit assoziiert wurde.
00:20:22: Also meine Eltern haben eine Weile gebraucht um sozusagen ihre Selbstverständlichkeit innerhalb dieser Gemeinschaft zu finden.
00:20:35: Das beschreibt ja in etwas überhöhter Form über die Gesellschaft der Bauernwelt am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, wo jeder seinen Platz hat oder wo ein Außenseiter bleibt.
00:20:47: Du schließt gerade den Kreis zum Theaterstück, das heute am Abend Premiere feiert mit dem Titel im Schatten Der Maulwurfshügel ausgezogen aus dem Werk Das Ende der Ewigkeit.
00:20:58: Ich versuche diesen Kreis zu schließen, weil es tatsächlich eine Welt ist.
00:21:03: Wirklich gute Literatur ist immer auch wahrhaftig und das ist eine Welt die mein Vater zwar nicht mehr persönlich gekannt hat aber die er unglaublich genau recherchiert hat und wo er viele, viele Momente bis ins heute reichen einfach zusammengefasst hat in einer komprimierten Welt an der Zeit nicht einfach war, aber die berechenbare war als heute.
00:21:31: Weil jeder eben seinen Platz hatte und seine Regeln kannte.
00:21:36: Aber er beschreibt diese Zeit im Umbruch.
00:21:39: Es beginnt dann das zwanzigste Jahrhundert, es zerbricht das Kaiserreich, es kommt der erste Weltkrieg heran und diese epochalen Umwälzungen verändern auch diese in Bräuche und Regel gegossene Gesellschaft.
00:21:57: Und brechen das auf!
00:21:59: Und das wiederum ist für mich der Kreis, schlistig der Kreisen heute.
00:22:03: Weil auch in unserem Heute die Regeln der Demokratie, die Gesetze und Gewissheiten zu bröckeln beginnen.
00:22:11: In diesen Umbruchsseiten passieren oft schreckliche Dinge.
00:22:15: Das ist ein Appell an Vernunft, finde ich.
00:22:20: Dieses Stück zeigt auch was passieren kann wenn man den Markt schreien und dem Magurgen die Bühne überlebt.
00:22:28: Ein Appell an die Vernunft und wie Barbet Arendt das inszenieren wird, fragen wir sie jetzt am besten gleich selber.
00:22:37: Wir spazieren dann noch über die Wiese zum Haupthaus sozusagen.
00:22:49: Mein Name ist Barbett Arendts und ich habe die Regie gemacht und die Bühnenfassung für diesen Abend.
00:22:55: Und rutschen wir uns weiter beim nächsten Stuhl?
00:23:00: Mein Name war Florentin Kroll.
00:23:04: Ich spiele ihn gar nicht.
00:23:06: Und du erzählst diese Geschichte?
00:23:09: Also kleine Teile davon.
00:23:12: Der Rest wird gespielt,
00:23:14: der Rest kann nicht stattfinden in drei Stunden.
00:23:18: Alles geht sehr einfach nicht aus.
00:23:20: Romane gehen nicht unter.
00:23:22: Genau und so jetzt ist sie weggelaufen.
00:23:26: Gehen wir kurz nach da piepst wo das klingt noch am Kühlschrank.
00:23:29: Da piepste was.
00:23:33: Na gut ich gehe einfach nochmal raus.
00:23:37: Das ist nämlich schon alles sehr familiär da.
00:23:40: Also das war jetzt, glaube ich gerade der Geschirrspüler.
00:23:43: Der Geschirrspüler ist fertig!
00:23:45: Achtung bitte, man räume den Geschirraspieler aus und auf der einen Seite läuft der Geschirspühler oder nicht mehr weil er fertig ist.
00:23:54: Da drüben ist gerade die Wäsche aufgehängt worden von einer der Schauspielerinnen und also da ist so eine allerhand Alltagsleben auch irgendwie los.
00:24:04: Ich habe schon beim Herfahren zwei Damen durch den Ort spazieren gesehen und dann dachte ich, das sind jetzt keine Rheinbacherinnen.
00:24:10: Das waren schon zwei Schauspielerinnen.
00:24:13: Einer davon mit einem großen schönen Strohhut.
00:24:16: Da schaut man nach Künstlerin aus!
00:24:20: Das war unsere Altwirtin, die wird sich aber ganz schön verändern bis am Abend.
00:24:25: Da denkt man schon das ist eine alte Rheinbacherin oder jedenfalls zur Kraste aus Passau vielleicht von über der Grenze.
00:24:33: Ich sitz ja jetzt hier in dieser Runde mit Café und wir steigen einfach mal ein mit der Frage wie denn Babette Arendt überhaupt nach Rheinbach kommt?
00:24:43: Oh!
00:24:44: Das ist eine interessante Geschichte über unserem Tischler Tatsächlich
00:24:50: über den Tischler.
00:24:51: Ich
00:24:52: komme mal über einen Tischler zum Theater, immer gut wenn ich mir den Stadl anschaue war das sicher einmal ein Tischler am Werk.
00:24:58: Den hat er nicht gebaut aber eine der Schwestern von den Zaunaschwestern die Christa mit unserem Tischler zusammengearbeitet Und er rief mich wirklich eines Tages an und ich wusste gar nicht, dass er irgendwas mit Theater zu tun hat.
00:25:17: Es wird eine Regisseurin gesucht.
00:25:25: Einfach erst mal überrascht.
00:25:27: Tätich ist im Kultur- und Personalvermittlungsbereich.
00:25:32: Weil er, glaube ich halt nur mich kannte aus dem Theater.
00:25:36: Und dann haben wir uns zusammengesetzt zuerst mit der Agnes und eben dem Hannes Wegscheider.
00:25:43: Dann hat sie so ein bisschen erzählt und ich habe überlegt wen könnte man da fragen?
00:25:47: weil für mich dachte ich erstmal kommt es nicht in Frage.
00:25:52: Dann habe ich das erste Stück bekommen, eben Ruth.
00:25:55: Und da habe ich es gelesen und habe mich wirklich sofort in dieses Stück verliebt muss ich sagen und hab sofort gesagt ne das mache ich selber unter welchen Umständen auch immer.
00:26:03: Das muss ich selber machen.
00:26:05: Ruth ist eines der Stücke von Friedrich C.H.
00:26:07: Zauner?
00:26:08: Und das wurde inszeniert vor vier Jahren.
00:26:10: dann oder?
00:26:12: Ja genau!
00:26:15: Und mich hat, ich muss es gestehen natürlich zuerst.
00:26:18: Evangelien Spiele hat mich erst ein bisschen abgeschreckt.
00:26:21: dann habe ich aber eben dieses Stück gelesen und dachte nein das ist eine unfassbar tolle Geschichte wie sie im alten Testament auch so sind.
00:26:28: Aber vor allem hat er das so Eine unglaublich
00:26:32: schöne Sprache
00:26:33: gefunden und die Figuren so.
00:26:35: Also es ist eigentlich alle Storfe von Zauner finde Ich sind so übertragbar auf heute.
00:26:41: Sie sind so Er macht diese Geschichten Man kann gar nichts sagen heute, sondern einfach allgemeingültig.
00:26:50: Und das ist halt das unglaublich Faszinierende.
00:26:52: also in allen Stücken finde ich die Frauenfiguren extrem stark.
00:26:56: Also auch hier wieder als die stärkste Frau ist Die Frau ist der es wirklich?
00:27:01: Also ohne die würde das Ganze gar nicht so wirklich weitergehen.
00:27:04: Es sind ja dann vier Romane Das merkt man vor allem in drei und vier dieses Gespann.
00:27:12: Die Initiative geht immer von der Frau aus.
00:27:15: Es
00:27:16: ist ja auch spannend, dass die drei Frauen am Werk sind – die drei Töchter, die das Werk
00:27:25: der
00:27:26: Eltern weiterführen und auch du als Regisseurin.
00:27:29: Es gibt hier viel weibliche Kraft in Rheinbach.
00:27:35: Sehr angenehm!
00:27:41: Du stimmst zu.
00:27:48: Ja, ich finde ja das eine glückliche Wahl war die Evangelienspiele umzunennen in Spiele also die Rheinbacher-Evangelienspiele in Rheinbacherspielen weil auch glaube dass es ein bisschen sperrig ist und sonst Vielleicht auch viele Menschen, die sonst gerne kommen würden abgeschreckt hätte oder Berührungsängste vielleicht haben bzw.
00:28:11: sagen ich habe weder mit der Bibel noch mit der Kirche noch sonst womit irgendwie was am Hut.
00:28:16: das ist nichts für mich sozusagen.
00:28:18: aber die Bibel muss man ja auch sagen spricht ja die allgegenwärtigen Allumfassenden Themen des Lebens in unserer westlichen Zivilisation auch an.
00:28:29: Ja absolut also wie gesagt hat mir auch vorgestellt, erst mal unter Evangelien-Spiele.
00:28:34: So diese Kuttenspielen so da hatte ich auch gar keine Lust obwohl es das eben gar nicht war.
00:28:40: Eben wie gesagt die Stücke waren ja überhaupt nicht zu... Ich würde sie nicht einmal als religiös empfunden sondern einfach diese Geschichten aus dem alten Testament erzählt und die eigentlich neu erdichtet zum Teil mit Sachen die natürlich gestimmt haben.
00:28:57: Er hat ihr da wohl sehr genau recherchiert Aber dann hat er halt schon seine heutige Sicht da reingelegt und das macht diese Stücke auch so.
00:29:08: Hat die so unfassbar, wie soll man sagen?
00:29:12: So strahlig... Ja, die haben so ganz spezielle Strahlkraft, diese Stücke!
00:29:17: Aber eben wir haben halt dieses Jahr gesagt jetzt ... Die Stücke sind ja auch vorher schon ganz viele gespielt worden Und also seit sie die Intendanz übernommen haben glaube ich vier oder insgesamt noch mal Ja und jetzt haben wir im letztes Jahr gesagt, versuchen wir mal was anderes.
00:29:36: Und dann kamen diese Romane
00:29:37: das... Und dann kommen die Romane und daraus jetzt Teil eins im Schatten der Maulwurfshügel?
00:29:44: Teil eins geht bis zur Pause, Teil zwei ist nach der Pause.
00:29:47: also man bekommt zwei Romane an einem Abend.
00:29:51: Du bist der Erzähler.
00:29:52: wie steigst du denn ein in dieser Geschichte?
00:29:56: Bei dem ersten Tag im neun Jahren, nineteen Hundert Und da war es bis jetzt was schön, warm und plötzlich ist kalt und schneeig.
00:30:07: Und aus dem Krumm noch ein Kind auf die Wörter.
00:30:10: Was ja grundsätzlich vielleicht nichts Schlechtes sein sollte?
00:30:14: Schnee an sich ist gut aber das kam so überraschend!
00:30:18: Der Schnee kam so Überraschent!
00:30:21: Ja
00:30:21: und das beginnt unser Stück.
00:30:24: Es wird kalt in Rheinbach.
00:30:27: der Schauplatz ist ja wirklich auch Rheinbach.
00:30:30: Ich nehme
00:30:30: an
00:30:32: Wird nicht näher.
00:30:33: Nicht
00:30:33: gesagt, aber nachdem es hier spürt...
00:30:36: Also die Handlung spielt im Sauwald in drei infiertler Bauernweilern, die fiktiv sind Aber auch Rheinbach hätten sein können theoretisch In Tal, Öd und Fekfeuer.
00:30:47: Das sind halt die Schauplätze dieses Romans.
00:30:50: Tal, öd-und fekfeuere, fiktive ...infirtlerbauern dürfen.
00:30:57: Florentin, du hast ja gesagt die Geschichte steigt ein als
00:31:01: plötzlich der Schnee kommt und ein Kind.
00:31:04: Und das Kind ist eine Tochter und das ist
00:31:08: schon ein Problem für die
00:31:10: Familie.
00:31:11: Warum?
00:31:13: Sonst sagt der Vater dann habe ich wieder eine Mädel, eine Mädl, die heiratet einen Mann.
00:31:17: nachher hat er fremde Mann den ganzen Hof und nicht meine Kinder
00:31:21: Dann ist alles umsonst sozusagen weil die eigene Arbeit geht dann in einer anderen Familie über.
00:31:27: Das ganze Leben ist dadurch umsonst gewesen, was nicht meins ist.
00:31:31: Und weil es nicht weitergeht?
00:31:33: Na ja, weiter geht's aber wie unter fremden Fehlern!
00:31:38: Das ist ein Thema das man heutzutage nie mehr so kennt oder gar nicht mehr.
00:31:41: eigentlich kann man sagen.
00:31:42: Ja, das ist vererben im Sinne von eines großen Familienbetriebses.
00:31:47: Heutzutag kann er eine Frau übernehmen und einem Mann übernehmen.
00:31:52: Aber das war großes Thema...
00:31:55: Früher war das ein großes Thema, ja.
00:31:57: Und dann war da diese Terris und die hat dann wie es in echt jetzt weitergegangen?
00:32:03: Hat sie den Hof dann übernommen oder... Wie ist denn weiter gegangen mit deiner Urgroßmutter?
00:32:08: Also es war meine Großmutter.
00:32:10: Mit deiner Großmütter so weit gehen wir gar nicht zurück, obwohl die Zeit so anders war!
00:32:15: Die Großmuter, die vierte Tochter, die eigentlich hätte einen Bub werden sollen, war vom Wesen her mehr wie ein Bub als eine Mädel.
00:32:23: Die war rebellisch, die war trotzig und widerständig.
00:32:26: Aber sie hat nicht erben können – natürlich nicht!
00:32:28: Sie bildet sich gerade ausgerechnet diesen Außenseiter, diesen Fintl ein, diesen Mauritz, die zweite Hauptfigur der aber nichts hat, der von nirgendwo herkommt und eigentlich nur Kraft seiner Arbeit eher ärmliches Leben fristet.
00:32:47: Und sie heiratet diesem Fintle
00:32:49: unstandesgemäß.".
00:32:51: Also eigentlich gegen den Willen der Familie.
00:32:55: Am Ende dieses Romans zieht sie aus der Gegend weg, weil sie kein Auskommen mehr dort haben.
00:33:01: Sie haben alles verloren vor Ort und müssen in die Stadt ziehen und dort versuchen ein neues Leben aufzubauen.
00:33:06: Die zwei beginnen ein neues leben?
00:33:08: Und wie geht es mit dem Hoftown schlussendlich weiter?
00:33:09: oder kam dann noch ein Sohn?
00:33:12: Der älteste Tochter des Vierten hat dann heiratet einen angemessenen Ehemann und der übernimmt das Wirtschaftshaus.
00:33:21: Also tatsächlich...
00:33:24: also das Wirtschaftsgeht bleibt nicht in der Familie Lipp, sondern kommt in andere Hände.
00:33:32: Ja so jetzt haben wir da in die Geschichte hineingeschaut und wer jetzt noch den ganzen Werdegang bis zu diesem Moment sehen möchte, der darf ins Innenviertel fahren nach Rheinbach.
00:33:54: Papettum möchtest zum Beginn des Stückes noch was ergänzen?
00:34:00: Genau!
00:34:01: Beginn des Stückes, wie auch Beginn das zweiten Teil ist.
00:34:06: Das sind jeweils wirklich die Beginne des Romans.
00:34:09: Das ist genau der Text vom Roman.
00:34:11: Also es ist sowieso der ganze Text von Roman aber Anfangs.
00:34:14: Die Anfänge sind beide wirklich auch im Roman so und es ist halt eben der Vorabend einer großen Umweltsung.
00:34:21: Es geht darum eigentlich und dass etwas passiert, etwas Neues was wir nicht wissen.
00:34:28: Etwas ist im Kommen vor dem Einfach ein bisschen Angst haben auch.
00:34:33: Das ist auch dieses bisschen gruselige oder ein bisschen... Ja, es kommt eine neue Ära, ein neues Zeitalter kommt erstens mal durch Anfang.
00:34:46: Es ist Silvesternacht-Ninzehnhundert Also es ist ein neues Jahrhundertbeginn und auch dieses Jahrhundert beginnt mit nicht so guten Vorzeichen Und das ist auch etwas eben.
00:35:01: Manchmal denke ich, wie hätte er das heute geschrieben?
00:35:05: Wahrscheinlich gar nicht anders.
00:35:08: Wir sind ja wieder an diesem Punkt, wo man sagt, wo stehen wir jetzt gerade?
00:35:12: und Krieg überall ... Das ist auch ein Thema vor allem vom Zweiten Buch.
00:35:16: dann, dass es überall wer erklärt, wem den Krieg umgeben vom Krieg und das ist eigentlich so eine Situation die wir heute haben.
00:35:24: Überall um uns ist Krieg!
00:35:25: Und wir sitzen da und wissen nicht damit umzugehen warten einfach und hoffen, dass es irgendwie an uns vorüber geht.
00:35:33: Und dass das irgendwann sich beruhigt.
00:35:35: Das ist genau so eine Stimmung auch in den Romanen.
00:35:39: In beiden Romanen.
00:35:40: deswegen denke ich... Also auch wieder ein Beweis wie er Stimmungen einfängt.
00:35:49: Es wird dann halt in dieser Geschichte von diesen kleinen Orten erzählt.
00:35:55: aber eigentlich kann man das eines auf die Welt?
00:35:58: übersetzen in verschiedenen, also es ist einfach wie so ein Mikrokosmos in diesem kleinen Ort.
00:36:04: Aber dieses Gefühl dieser Unsicherheit diese Moment weltweit und das war auch damals denke ich
00:36:12: absolut Wie hat sich denn eigentlich dein Vater ausgetauscht?
00:36:16: Er war dann da als Schriftsteller auf diesem Hof.
00:36:19: Grundsätzlich ist es so dass mein Vater sehr viele in erster Linie als Dramatiker gearbeitet hat mit Themen oder Stücken die mit der Region nichts zu tun hatten.
00:36:29: Und irgendwann hat dieser Stoff in ihm zu arbeiten begonnen, da war er schon in den Fünfzigern.
00:36:37: Er war über fünfzig wie er den Roman begonnen hat und das war auch einer der ersten Male wo er in Prosa übergewechselt ist.
00:36:47: Also dass er gedacht hat es kein Theaterstoff im erster Linie sondern ein Proserwerk.
00:36:52: und er hat begonnen mit seiner Mutter zu sprechen Die Hauptfigur, die Teres.
00:36:58: Diese rebellische, widerständige trotzige Frau, die dem Leben alles abkämpft und abtrotzt was sie braucht und trotzdem auch immer wieder daran scheitert?
00:37:09: Das ist meine Großmutter!
00:37:10: Das sind die Mutter meines Vaters.
00:37:12: Die Hauptfigur ist deine Großmütter.
00:37:15: Boah, was macht das mit
00:37:16: dir?!
00:37:17: Die sprechen zu sehen und zu hören...
00:37:20: Ja, das macht Gänsehautmomente und auch Betroffenheit.
00:37:25: Und es ist natürlich nicht zu hundert Prozent meine Großmutter aber ich erkenne so viele Züge von meiner Großmütter in der Teres wieder.
00:37:35: Das ist tatsächlich auch eine Spur, was nicht gut ist, aber eine Spursentimentalität mit sich bringt.
00:37:41: also für mich ist diese Premiere hier die mit Abstand wichtigste bislang weil es erstens mal ein wunderbares Stoff ist, aber dann eben so viel Persönliches mittransportiert.
00:37:54: Das kann ich mir vorstellen.
00:37:57: Ja?
00:37:57: Magst
00:37:57: du?
00:37:59: Die eine erzählt uns natürlich auch viel über ihre Familie was um... Es ist so eine spannende Familiengeschichte wirklich und einiges was du über deinen Vater erzählt hast sehe ich absolut im Maurer selber drinnen.
00:38:14: Also weil es war immer Ein bisschen war für uns der Gedanke, das ist die Geschichte der Eltern von Friedrich Zauner.
00:38:23: Aber wobei er seinen Vater gar nicht wirklich gekannt hat.
00:38:27: aber auch die Berufswahl ist dann dieselbe.
00:38:29: Aber vom Charakter her scheint mir schon... Also er kenne ich eh.
00:38:34: je mehr, die eine erzählt über ihren Vater, je mehr erkenne ich in dieser Figur von dem Mauritz.
00:38:40: Wir haben eigentlich die Großmutter und den Vater auf der Bühne mehr, also ganz krass.
00:38:45: In dem Mauritz und wir haben im Erzähler dann sozusagen nochmal den Erschaffer der Worte auf der bühne.
00:38:50: Es erschließt sich in mehrfacher Hinsichtenkreis.
00:38:55: Ich muss sagen, dieses Jahr ist es ein Monster.
00:38:58: Wir sind wirklich aufwendig und wir sind so ein kleines Team und wir gehen alle an die Grenzen.
00:39:04: aber was das Tolle hier in Rheinbäure ist dass man infiziert wird von diesen Dingen die da hier stattfinden und alle einfach mit tun Und sich keiner zurücklehnt und sagt, das ist jetzt nicht meine Aufgabe oder dafür wurde ich nicht engagiert.
00:39:18: Wir haben Schauspielerinnen die anfangen zu nähen und Bühnenbilder zum machen.
00:39:23: Die Wäsche aufhängen wie ich es vorhin gesehen habe!
00:39:26: Wir haben Bühnern GestalterInnen
00:39:28: usw.,
00:39:30: ein unserer Schauspieler macht die Tourpläne... Es ist wirklich ganz erstaunlich, wie sehr dieses Ensemble zu einem Ganzen zusammenwächst und für die Sache mitstreitet.
00:39:41: Also wir sind alle Mitstreiter immer.
00:39:43: Eigentlich
00:39:43: wie Theater doch eigentlich mal war!
00:39:45: Es treffen sich Leute und stellen was auf die Bühne und alle packen mit an so...
00:39:50: Insgesamt haben wir ausgerechnet sind es über dreißig Menschen, die auf der Bühnen stehen.
00:39:55: Dazu eben zehn Hauptdarsteller, die schon die Beginn haben begonnen im Mai in Wien zu probieren.
00:40:05: Die Proben haben im Mai begonnen mit den Schauspielern in Wien.
00:40:09: Im Juni kamen dann ... Die Schauspielerinnern vor Ort dazu, die gelegentlich auch schon nach Wien kamen.
00:40:17: Ein-zwei Mal um für gewisse Szenen zu proben aber das sind dann nochmal glaube ich fünf oder sechs?
00:40:24: Sechs!
00:40:24: Dann sind wir sechzehn und dann kommen die Musiker dazu da sind drei, dann kommen den Sänger dazu da noch mal acht, die musikalische Leiterin neun.
00:40:33: also wir haben es ausgerechnet so an die dreißig Personen die auf der Bühne stehen Und hinter der Büne nochmal eben da sind wir ein sehr sehr kleines Team von
00:40:43: Die auch die Organisation rundherum und so weiter unternehmen.
00:40:51: Was steht noch am Programm?
00:40:53: Leuchten, wir sind wirklich bis zum Schluss dran!
00:40:56: Bis
00:40:58: kurz vor der Premiere heute um neunzehn Uhr und die weiteren Spieltermine sind dann.
00:41:04: Hast du sie im Kopf?
00:41:06: Also wir spielen über drei Wochen, immer Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag.
00:41:11: Das heißt von heute den achtzenden, neunzehnten, zwanzigsten, einundzwanzigste.
00:41:15: nächste Woche ist es fünfundzwenzigster, sechsunzwanziggster, siemonzwanzzigster, achtundzwezigster und dann noch zweiter, dritter, vierter, fünfter Juli.
00:41:25: Karten gibt es online www.reinbacher-spiele.at.
00:41:32: Ja
00:41:34: genau kommen Sie vorbei!
00:41:37: Es zahlt sich aus.
00:41:37: Dieser Theaterstadl ist definitiv ein malig, der... Ja!
00:41:43: Es ist tatsächlich, das hat gestern jemand gesagt man bekommt gleichzeitig einen Theaterstück und ein Konzert weil es ist sehr viel wunderschöne Musik dabei.
00:41:51: ja da dürfen wir oder durften wir bereits ein bisschen rein hören im Zuge dieses Podcasts und da hören wir jetzt auch nach meiner Verabschiedung noch einmal ein bisschen ran weil das darf gehört werden.
00:42:06: Ich wünsche eine ausgezeichnete Premiere.
00:42:08: am Tag des Erscheinens dieses Podcasts wird sie schon gewesen sein und ich bin mir sicher wunderbar gelaufen sein.
00:42:14: Und da sollte man nicht sagen, ich schneide das dann raus!
00:42:20: Ich sage jetzt nur mehr.
00:42:21: Toi toi toi!
00:42:22: Ich danke für die Gastfreundschaft und diesen wunderschönen Vormittag hier in Rheinbach.
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